Hallo Sportsfreunde,

ich möchte die Gelegenheit nutzen und unsere neuen Seiten mit einem nicht ganz eigennützigen Thema bereichern.

In der Vergangenheit (35 Jahre) sind schon einige Eisspeedway-Veranstaltungen in Berlin Wilmersdorf erfolgreich zu Ende gebracht worden. Aber hat sich schon einmal jemand Gedanken gemacht welche technische und logistische Leistung notwendig ist, um aus einem Eislaufstadion ein dem Regelwerk entsprechendes und abgenommenes Speedwaystadion zu machen? Ich möchte jetzt keine Lobeshymne auf das Technikteam loslassen (obwohl das verdient wäre).
Nein. Ich möchte viel mehr den interessierten Sportsfreunden ohne Rennhintergrund eine Welt öffnen, die ganz hart an der Basis ist und für jeden offen. Ich will nicht verheimlichen, dass es nicht einfach ist Wochen vor einer Veranstaltung alles bei Seite zu stellen und nur noch an Speedway zu denken. Es gibt auch hier und da ein hartes Wort (vor allem wenn zu viele Chefs mitreden), aber die Entschädigung kommt spätestens nach Veranstaltungsende in den Presseberichten oder Stammtischgesprächen mit Sportsfreunden.

Werte Sportsfreunde, denkt doch mal über eine spannende Freizeitbeschäftigung als Sportwart für Euch oder Eure Kinder nach. Es lohnt sich.
Ich möchte Euch hier kurz einen kleinen Einblick in die Planung und Durchführung solch einer Veranstaltung aus Sicht des Technikteams geben:

KURZ NACH DER LETZTEN VERANSTALTUNG:
- Die Teamleiter, der Vorstand, die Funktionäre treffen sich zur Veranstaltungskritik. Besprochen werden Pannen, Verbesserungen, technische Lösungen die zu nächsten Veranstaltung geändert werden usw..

IM SOMMER NACH DER LETZTEN VERANSTALTUNG:
- Es ist Zeit den beteiligten Helfern und Sportwarten mit einer Dankeschönveranstaltung den Erfolg zu zeigen und einen Ausblick auf das nächste Rennen zu bringen.

IM HERBST VOR DER NÄCHSTEN VERANSTALTUNG:
- Erste von regelmäßig stattfindenden Besprechungen zur neuen Veranstaltung. Besprochen werden: Abarbeitungstand der notwendigen Reparaturen, Investitionsbedarf, Änderungen im Regelwerk. Erste feste Terminabstimmung.

IM SPÄTHHERBST VOR DER VERANSTALTUNG:
- Andere Teams kommen zur Besprechung dazu. Neue Themen werden abgestimmt: Unterbringung der Fahrer, Helfer, Sportwartecasino-Besetzung, Funktionäre, Tontechnik, Fahrerlager, Verkaufsstände, VIP-Betreuung, Fahrervorstellung, Abstimmung mit der Polizei, usw.

IN DEN ZWEI MONATEN VOR DER VERANSTALTUNG:
- Feste Terminabstimmung, Festlegung der Zuständigkeiten im Team, Einarbeitung der letzten Änderungen, Abstimmung der Werbemaßnahmen.

IN DER WOCHE VOR DER VERANSTALTUNG:
- Transport der kompletten technischen Ausstattung für das Stadion aus dem Materiallager (Starterhaus, Startanlage, Signalisierungslampen, Kabel, Seile, Telefonanlage, usw.)
- Aufbau der Technik. Aus ca. 180 Einzelteilen wird innerhalb von ca. 8 Stunden ein komplettes Eislaufstadion zur Rennstrecke. Natürlich nur, weil diverse Helfer mit versierten Handgriffen zupacken.
- Die Technische Prüfung der Anlage bildet den Abschluss der Aufbauleistung.

WÄHREND DER VERANSTALTUNG:
- Unterschiedlichste Hilfeleistungen werden für die anderen Teams erledigt um diese zu unterstützen. Währen der Veranstaltung bleibt eine "schnelle Eingreiftruppe" zur sofortigen Störungsbeseitigung an verschiedenen Plätzen im Stadion über Funk jederzeit erreichbar.

NACH DER VERANSTALTUNG:
- Abbau der gesamten technischen Ausstattung und Einlagerung des Materials im Lager bis zu nächsten mal. Na, ist das spannend? Es geht auch anders. Die parallel arbeitenden Teams wie "Bahnaufbau", "Fahrerlager", "VIP-Betreuung", "Pressearbeit" und "Kassenwesen" können auch Unterstützung gebrauchen.

Ich hoffe, dass ich niemanden mit meinem kurzen Einblick gelangweilt habe. Ich versichere Euch, es ist in Wirklichkeit viel spannender als hier beschrieben.


Bis bald auf den Rennstrecken dieser Welt
Frank Jörke
DMV LG Berlin
Technikteam